Das Hochsauerland ist ein ländlicher Raum und besteht zu 56 % aus Waldflächen. Als größter Kreis in Nordrhein-Westfalen und waldreichster Kreis in Deutschland zählt der Hochsauerlandkreis zu den Mittelgebirgslandschaften. Für den touristischen Bereich gibt es die Themenschwerpunkte Wandern
mit drei Premiumwanderwegen und Radfahren mit dem RuhrtalRadweg.
Leider hat der Reittourismus im Hochsauerland noch keine nennenswerte Bedeutung in der Region erlangt. Nur der heimische Zucht-, Reit- und Fahrverband Sauerland bemüht sich um umfangreiche Werbung für den Reitsport im Hochsauerland und die Kreisverwaltung lässt den gemeldeten Reitern jährlich Informationen zukommen.
Ca. 450 registrierte Pferde und Ponys (Stand Nov. 2010 – die Anzahl der nicht gemeldeten Reitpferde dürfte geschätzt das Dreifache betragen) werden als Pensionspferde, in kleineren Ställen mit max.
20 bis 30 Pferden oder landwirtschaftlichen Betrieben im Hochsauerland gehalten.
Im Hochsauerland ist ländliches Reiten in Westfalen und im Mittelgebirge mit hohem Waldanteil möglich. Das gesamte Kreisgebiet des Hochsauerlandes ist Freistellungsgebiet, daher wird das Reiten
in Waldgebieten auf allen privaten Wegen akzeptiert und es darf dort zu Erholungszwecken geritten werden. Nur die ausgewiesenen Wanderwege, Sportpfade und Lehrpfade dürfen im Hochsauerland
nicht beritten werden.
Die Ausnahme bildet der Stadtwald Arnsberg, der ein eigenes Reitwegenetz besitzt.
Nach Aussage der Unteren Landschaftsbehörde gibt es beim Reiten im Hochsauerland nur wenige Probleme. Die Menschen, die ihre Freizeit dort verbringen, kommen gut miteinander aus.
Wollte der Reiter sich allerdings streng an die Vorschriften halten, fände er eigentlich keine
Möglichkeit, im Sauerland zu Pferde zu sitzen. Das Hochsauerland weist eine hohe Dichte von markierten Wanderwegen auf, die streng genommen, nicht beritten werden dürften. Da aber keine andere Möglichkeit besteht, wird das Reiten von fast allen zuständigen Personen und Behörden
geduldet. Privatrechtlich gesehen ist dieser Zustand allerdings problematisch. Es treten jedoch nur vereinzelt Konflikte mit Waldbesitzern oder Jagdpächtern auf.
Der Sauerland-Tourismus e.V. kennt diese Problematik im Zusammenhang mit den anderen touristischen Bereichen und versucht, einen Ansprechpartner zu finden. Die Touristen im Sauerland haben gleiche Interessen, sie suchen in dieser Region Erholung beim Wandern, Radfahren, bei Sport und Spiel und eben auch beim Reiten. Es wäre von Vorteil, wenn gemeinsame und sinnvolle Lösungswege gefunden werden könnten. Der Bedarf an Verbesserung ist groß im Reitsportbereich Hochsauerland.
Die Reiter selbst beklagen sich über das Reitverbot auf Wanderwegen und die schlechte Qualität der Wege, die zum Reiten kaum geeignet sind. Oftmals finden sie Schotterwege vor und viele Wege sind wegen der Schäden, die der Orkan Kyrill seinerzeit verursachte, noch nicht geräumt. Auch Gespannfahrer haben Schwierigkeiten, geeignete Strecken zu befahren, auch sie werden lediglich geduldet. Die Reiter verstehen nicht, wofür ihre Reitabgaben im Hochsauerland verwendet werden, da es ja offiziell gar keine Reitwege gibt, die gepflegt werden könnten. Und es bestehen keine Vollzugskontrollen. Die Reiter und ihre regionalen Verbände würden es begrüßen, wenn es zu einheitlichen Regelungen für die Nutzung
der Wege kommen würde. Besonders das enge Wanderwegenetz am Rothaarsteig wird als problematisch angesehen.



